Schachklub Gau-Algesheim

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Schloss

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Schachklub Gau-Algesheim e.V.

Spieleabend des SK Gau-Algesheim ist immer freitags ab 19:00 Uhr, dazu ist jeder herzlichst eingeladen. Unser Spiellokal befindet sich im schönen Schloss Ardeck, Schlossgasse 12, 55435 Gau-Algesheim.
Bei uns spielen ca. 40 Kinder und Jugendliche ab einem Alter von 5 Jahren. Interessenten sind immer willkommen.     
 

Berichte:

 

Vincent Keymer schreibt Schachgeschichte

02.04.2018

In Karlsruhe fand über Ostern das größte Schachturnier Europas, das Grenke Chess Open, mit knapp 1500 Teilnehmern statt. Neben der schieren Masse an Spielern traten auch zahlreiche Großmeister, darunter auch bekannte Spitzenspieler wie Richard Rapport und Etienne Bacrot, an. Mit dabei waren vier Mitglieder des SK Gau-Algesheim, unter anderem auch der erst dreizehnjährige Vincent Keymer, der mittlerweile für Deizisau in der ersten Bundesliga spielt und seit Februar Ehrenmitglied des SK Gau-Algesheim ist.

Zunächst aber machte ein anderer Gau-Algesheimer von sich reden. Pascal Karsay, der von Vorwärts Orient Mainz gekommen ist und seit letztem Jahr für Gau-Algesheim spielt, besiegte in der ersten Runde sensationell Rustam Kasimdzhanov, der zu den besten hundert Spielern der Welt zählt, in nur 27 Zügen. Es folgte ein weiterer Sieg gegen einen FIDE-Meister und ein Remis gegen einen Internationalen Meister in der dritten Runde.

In der Zwischenzeit hatte Vincent Keymer zwei Partien gewonnen und gegen den starken ukrainischen Großmeister Anton Korobov remis gespielt. Somit waren Pascal und Vincent punktgleich.

Fortuna war diesmal dem Verein nicht hold und so kam es wie es kommen musste: Die Paarung der vierten Runde lautete Pascal Karsay gegen Vincent Keymer, der als klarer Favorit die Partie gewinnen konnte. Pascal fand danach nicht wieder ins Turnier und brach es schließlich nach acht Runden mit dreieinhalb Punkten ab, da er am Tag nach dem Turnier direkt die Jugendrheinlandpfalzmeisterschaft mitspielen und sich nicht völlig verausgaben wollte.

Für Vincent ging es jetzt richtig los. Gegen den französischen Großmeister Jean-Noel Riff verflachte die Partie schnell und man einigte sich in ziemlich ausgeglichener Stellung auf ein Remis.

Es folgte in Runde sechs der Internationale Meister Alessio Valsecchi, der sich im Mittelspiel verrechnete und plötzlich massive Probleme mit seiner Figurenkoordination bekam, die nicht zu lösen waren. So siegte Vincent mühelos.

Von Vincents Spielstärke hatte der Großmeister Rainer Buhmann offenbar noch nichts mitbekommen, denn er wollte sich in der siebten Runde nach einem Figurenopfer nicht mit einem Remis durch Dauerschach begnügen. Das folgende, nur oberflächlich aktiv aussehende Spiel parierte Vincent mühelos und durfte sich über den nächsten Punkt gegen einen Großmeister freuen.

Durch die zahlreichen Siege war er allerdings im Feld auch immer weiter vorgerückt und so war der nächste Gegner kein Pappenstiel mehr – Großmeister Gabor Papp aus Ungarn zählt zu den zweihundert stärksten Großmeistern der Welt und zeigte bereits mit der Eröffnung, daß er einen Kampf wollte. Er manövrierte aber seinen Springer ins Abseits und verlor bald einen Turm gegen einen Läufer, wonach Vincent den Sieg gegen einen Großmeister wieder leicht aussehen ließ.

Mit diesem Sieg lag er in der absoluten Spitzengruppe. Nervös wurde vor Beginn der neunten und letzten Runde die Turnierwebsite immer wieder aktualisiert, bis schließlich die Paarung feststand: Er musste mit Schwarz gegen den stärksten ungarischen Spieler antreten, nämlich den aktuellen Weltranglisteneinundreißigsten Richard Rapport. Das erwies sich im Nachhinein als Glücksfall, denn nach einem Remis der Spieler am Spitzenbrett wollte Großmeister Rapport die Partie um jeden Preis gewinnen und opferte eine Figur für Angriff auf den schwarzen König. Vincent verteidigte sich aber sauber und konnte mit dem König über das halbe Brett in die sichere Ecke laufen, wonach nun Weiß genau spielen musste. Nachdem Vincent seine Stellung immer weiter verbessern konnte, beging Richard Rapport einen Fehler, der allerdings nur durch saubere Berechnung widerlegt werden konnte. Das war für Vincent aber überhaupt kein Problem, der sich auch taktisch in bestechender Form präsentierte. So folgte eine hübsche Kombination, an deren Ende die Aufgabe des Gegners stand.

Neben dem Sieg gegen seinen bisher stärksten Gegner überhaupt durfte er dann auch den Gewinn des gesamten Turniers feiern, der mit einem Preis von 15000 Euro auch sehr hoch dotiert war. Ein solches Turnier mit gerade einmal dreizehn Jahren zu gewinnen schien vorher utopisch und darf zu Recht als absolute Sensation bezeichnet werden. Die ebenfalls erreichte Großmeisternorm wurde dabei zur Nebensache. Mit Achim Michels und Felix Kling waren auch zwei der ehemaligen Mannschaftskollegen aus der Oberligamannschaft des SK Gau-Algesheim zur Unterstützung mit vor Ort und konnten sich mit Vincent freuen, der auch im folgenden Interview (Video) den für Gau-Algesheim spielenden Großmeister Sergej Ovsejevitsch als Trainer (neben Peter Leko) nicht unerwähnt ließ.

vlnr: Felix Kling, Vincent Keymer, Achim Michels

Vincent Keymer mit seinen ehemaligen Mannschaftskameraden nach dem Sieg (v.l.n.r: Felix Kling, Vincent Keymer, Achim Michels)

 

Ebenfalls erwähnt werden sollte an dieser Stelle die zehnjährige Cecilia Keymer, die sich im B-Turnier wacker schlug und gegen ältere und nominell stärkere Gegner 3,5 Punkte aus neun Partien holte. Für den letzten Gau-Algesheimer des Quartetts, Andreas Frömbgen, lief es nicht ganz so rund. Im starken Teilnehmerfeld des A-Turniers erreichte er 1,5 Punkte aus neun Partien.

 
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Vincent Keymer, herzlichen Glückwunsch zu deinem überzeugenden Sieg!

Siehe auch Beiträge auf: Twitter, Youtube (Interview), Chessbase News, FAZ-Blog, Kommentar von Peter Leko, SWR-Aktuell

 

 

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